Chancen erneut liegen gelassen!

Gegen Marktoberdorf liefen wir mit einer taktisch gut versierten 2. Mannschaft auf. Nach einer äußerst entspannten Anfahrt und kurzer mentaler Einstimmung im Mannschaftskreis vor dem Spiellokal ging es dann in die „Höhle des Löwen“.

Mit Robert, Paul, Michi, Manfred, Gerald, Helmut, Tobias und Werner konnten wir eine gute Schwabenliga II Mannschaft aufstellen; wie auch im letzten Jahr. Ob diese jedoch auch in der Schwabenliga I gegen den Regionalligaabsteiger bestehen konnte, sollte sich noch zeigen.

Nach guten 2 Stunden konnte ich (MtM, Brett 3) mit Weiß den ersten Punkt auf unser Konto gutschreiben lassen. Durch ein Bauernopfern meines Gegners in der Eröffnung konnte dieser einen schönen Entwicklungsvorsprung erreichen. Nach leichter Unachtsamkeit, gelang es mir einen zweiten Zentrumsbauern zu erobern. Ich drängte die gegnerischen Figuren zurück, ließ meinen h und g Bauern bis auf g7 und f6 vorrücken und erzwang den Abtausch der Schwerfiguren. Im Leichtfigurenendspiel + jeweils ein Turm mit zwei Mehrbauern sah mein Gegner keine Chance mehr und gab auf.
0:1

Paul (2) spielte erneut eine sehr schnelle Partie. Nachdem einiges abgetauscht wurde und sich der Rauch lichtete, zählte ich die Hölzlein – und das was ich sah, hat mir gar nicht gefallen. Zwei Figuren gegen Turm und drei Bauern. Das sah nicht besonders gut aus.
Robert an 1 stand zunehmend eingeengt. Mit Turm und 2 Bauern kämpfte er gegen 2 Leichtfiguren; an 8 hatte Werner einen soliden Mehrbauern im Zentrum, an 5 konnte Gerald ebenfalls auf einen Mehrbauern blicken, Tobias hatte seinen Gegner mit einem Königsangriff fast in der Tasche, Manfred und Helmut standen ausgeglichen bis etwas minimal schlechter. Somit stand der Wettkampf ziemlich ausgeglichen bisleicht besser für uns.

Bei Paul hatte sich das Brett inzwischen gelichtet. Übriggeblieben ist bei Paul nur noch ein letzter Freibeuter auf der h-Linie (Bauer), der gegen einen nackten Turm kämpfte. Glücklicherweise kam der gegnerische König dem Turm nicht mehr rechtzeitig zu Hilfe, sodass die Partie remis endete.
0,5 : 1,5

Gerald, der bereits einen Mehrbauern hatte, konnte einen weiteren Bauern gewinnen. Das dann aber entstandene Schwerfigurenendspiel habe ich leider nicht gesehen. Lt. Aussage von Gerald war aber leider nichts mehr zu gewinnen. Die Partie endete remis.
1 : 2

Nachdem Robert`s Remisangebot abgelehnt wurde, verschlechterte sich seine Stellung weiterhin. Gerade in dem Moment als ich auf das Brett schaute, stellte Robert eine Figur ein (Figurentausch) mit anschließendem Damenschach und Doppelangriff! Robert gab sofort auf, der Ausgleich in der 180. Spielminute!
2:2

Inzwischen hatte auch Helmut an 5 sein leicht schlechter stehendes Turmendspiel remisieren können. Uns war`s recht. Helmut hat nun 1,5 aus 2 Partien!
2,5 : 2,5

Tobias Gegner hatte irgendwie wohl die einzig richtige Verteidigung – oder Tobias nicht den richtigen Zug gefunden. In der Anaylse gings jedenfalls drunter und drüber. Auf jedem Fall schaffte es der Gegner eine scheinbar verlorene Partie doch noch remis zu halten; Kompliment! Sicherlich glücklich, aber verdient.
3 : 3

Die letzten beiden Partien sollten die Entscheidung bringen. Auch Manfred hatte zeitweise einen Mehrbauern, den er aber wieder zurückgab. Der anschließende Bauerntausch h-Bauer gegen a-Freibauer von Weiß brachte dann Entlastung. Beide einigten sich ebenfalls auf Remis!
3,5 : 3,5

In der letzten noch laufenden Partie und beim Stand von 3,5 : 3,5 mit einem gesunden Mehrbauern aber etwas verZWICKter Stellung wollte Werner nichts riskieren und aufs Ganze gehen. Noch vor der Zeitkontrolle und vor Ablauf der 4 Stunden Spielzeit (jeder hatte noch etwa 10 Minuten für 12 Züge), einigten sich auch diese Beiden auf Remis.
4 : 4 Endstand!

Fazit:
Wir haben nun 12 Remisen aus 16 Partien bei nur 2 gewonnen und 2 verlorenen Partien.
Jeder kann sich daraus seine persönliche Meinung ableiten. Ich interpretiere das mit zu wenig Kampfgeist und Siegeswillen. Wenn wir mehr als einen Mittelplatz erreichen wollen, müssen wir uns etwas einfallen lassen und länger kämpfen…

 

4 Gedanken zu „Chancen erneut liegen gelassen!

  1. Und wie es sich anhört, alles vor der Zeitkontrolle. Auch bei uns enden immer mehr Partien vor der 4h Marke, spannende Endspiele sind selten geworden.

  2. „VerZWICKt“ und „VOGELwild“ – die „KARGen“ Kalauer in unseren „LANGen“ Spielberichten tun schon fast so weh wie die Punktverluste.

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